Die meisten Business Cases im Lager scheitern aus demselben Grund: Sie beginnen mit dem Preis der Software. Damit dreht sich das Gespräch um die eine Zahl, die niemand verteidigen möchte, und überspringt die zwei Zahlen, die tatsächlich über das Ergebnis entscheiden.
Es sind drei Zahlen, und sie sind nicht austauschbar.
1. Kosten — was der heutige Prozess bereits verbraucht
Kosten entstehen heute, ganz gleich ob Sie etwas genehmigen. Sie stecken bereits in den Löhnen, in den Gutschriften und in den Frachtrechnungen — genau deshalb sind sie unsichtbar. Niemand unterschreibt sie einmal im Jahr; sie sickern wöchentlich ab.
- Fehlkommissionierungen: Gutschrift, Ersatzpick, Rückfracht und obendrauf die Bearbeitung im Kundenservice.
- Suchzeit: die Minuten pro Auftrag, in denen Bestand gesucht wird, den das System woanders verortet.
- Überstunden und Leihkräfte: die zusätzlichen Personen in der Spitze, weil der Durchsatz pro Kopf niedrig ist — nicht, weil das Volumen hoch ist.
- Abschreibungen: was die Jahresinventur zutage fördert und die Buchhaltung still verbucht.
- Überverkauf: Marge, die auf Kanälen verloren geht, denen Bestand zugesagt wurde, den es nicht gab.
Die Einstiegsfrage ist bewusst grob: sind das vier oder sechs Stellen? Vierstellig pro Jahr oder sechsstellig? Für die Antwort braucht niemand eine exakte Zahl, und sie allein klärt meist, ob das Projekt eine Stunde Aufmerksamkeit wert ist. Lautet die ehrliche Antwort „vierstellig“, hören Sie auf — der aktuelle Prozess ist in Ordnung. Das ist er selten.
2. Investition — was die Veränderung einmalig kostet
Die Investition ist die bewusste, begrenzte Ausgabe, die das Leck schließt. Sie besteht nicht nur aus der Lizenz — und so zu tun, als wäre es so, ist der Grund, warum Business Cases nach der Genehmigung wieder aufgemacht werden:
- Abonnement für die Plattform selbst.
- Implementierung: Prozesskonfiguration, Integrationen zu ERP, Webshop, Marktplätzen und Carriern, Datenbereinigung und Tests.
- Hardware: Scanner, Access Points, Etikettendrucker.
- Interne Zeit: die Key User, die den Ablauf entwerfen und testen — der Posten, der am häufigsten fehlt und am deutlichsten spürbar wird.
Für einen CFO zählt vor allem: Die Investition ist planbar und endlich, die Kosten sind ungeplant und dauerhaft. Eine konfigurierbare Plattform hält die Investition kleiner, weil die Arbeit Prozessdesign statt Softwareentwicklung ist — Wochen statt Quartale, und keine Entwicklungsrechnung, wenn sich der Prozess nächstes Jahr ändert. Die vollständige Aufschlüsselung steht in was ein WMS kostet.
3. ROI — was zurückkommt, und wann
Der ROI ist die Brücke zwischen beidem. Er ist kein Prozentsatz, den man zitiert, sondern eine Amortisationszeit, die man verteidigen kann:
Amortisation (Monate) = Investition ÷ monatlich entfallende Kosten
In der Praxis steigt die Genauigkeit von listenbasiertem Kommissionieren zu scan-geführter Ausführung von 85–95 % auf über 99 %, und der Großteil der oben genannten Einsparungen folgt aus dieser einen Veränderung. Eine realistische Amortisation liegt im Mittelstand bei rund sechs Monaten; ein gut abgegrenzter Rollout mit hoher Fehlerbasis landet oft näher bei zwei. Ergibt Ihr Modell drei Wochen, stimmen die Eingaben nicht. Ergibt es vier Jahre, ist entweder das Leck klein oder der Scope zu groß.
Rechnen Sie mit Ihren eigenen Zahlen im ROI-Rechner — er arbeitet mit den Mengen und Fehlerquoten, die Sie ohnehin kennen, nicht mit Annahmen eines Anbieters.
Warum die Reihenfolge zählt
Beginnen Sie mit den Kosten, geht es um Ihren Betrieb. Beginnen Sie mit der Investition, geht es um unsere Preisliste. Das erste ist ein Geschäftsgespräch, das zweite eine Einkaufsdiskussion — und die gewinnt, wer am billigsten ist, nicht wer das Problem löst.
Die Reihenfolge lautet also: das Leck beziffern, die Veränderung dimensionieren, dividieren. Drei Zahlen, in dieser Reihenfolge.
Eine Seite für die Geschäftsführung
- Basislinie: Aufträge pro Monat, Positionen pro Auftrag, gemessene Fehlerquote, Stunden pro Schicht, Leihkräfte in der Spitze, jährliche Abschreibung.
- Aktuelle Kosten: die fünf Punkte oben, aufs Jahr gerechnet. Eine Zahl.
- Investition: Abonnement, Implementierung, Hardware, interne Zeit. Eine Zahl, getrennt in einmalig und wiederkehrend.
- Amortisation: Monate, mit der zugrunde liegenden Annahme in einer Zeile.
- Risiko: was mit jedem Kostenpunkt passiert, wenn das Volumen um 30 % wächst und sich nichts ändert.
Die letzte Zeile schließt den Fall ab. Jeder Kostenpunkt skaliert mit dem Volumen — deshalb meldet sich das Problem im Wachstum, und deshalb wird das Aufschieben der Entscheidung teurer statt günstiger.
Wo BizBloqs hineinpasst
BizBloqs betreibt Lager- und Auftragsausführung als konfigurierbaren Service neben dem ERP, das Sie bereits haben — die Investitionsseite bleibt klein und die Zeit bis zum Nutzen wird in Wochen gemessen. Wenn Sie zuerst den Unterschied zwischen beiden Systemen sehen wollen, lesen Sie WMS versus ERP-Lagermodul oder den Mittelstandsvergleich.
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