Order Management System (OMS)
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Ihr Warenwirtschaftssystem verwaltet den Auftrag. Ein OMS entscheidet, welcher Bestand ihn erfüllt, von wo — und was passiert, wenn zwei Kanäle denselben Artikel verkaufen.
Wahrscheinlich brauchen Sie keines
Ein Standort, ein Vertriebsweg, ein Team, das sich kennt: Dann führt Ihre Warenwirtschaft die Aufträge, und das genügt. Ein OMS würde eine Entscheidung automatisieren, die bei Ihnen gar nicht anfällt.
Interessant wird es erst, wenn dieselbe Ware auf mehreren Wegen verkauft wird.
Der Moment ist konkret: Zwei Aufträge treffen innerhalb einer Minute ein, es war ein Stück da. Ihr Lager weiß das sofort. Der Marktplatz erfährt es je nach Anbindung Sekunden bis Minuten später. In dieser Lücke haben Sie etwas zweimal verkauft.
Summen im ERP, Details bei uns
Der häufigste Einwand lautet, man führe dann zwei Bestände. Das stimmt nicht, und der Grund ist wichtig.
Ihr Warenwirtschaftssystem braucht Summen, weil Bewertung und Disposition Summenfragen sind. Der Lagerwert und der Meldebestand arbeiten mit einer Zahl je Artikel — nicht mit elf Lagerplätzen, drei Chargen und einer Aufteilung in reserviert und frei verfügbar.
Wir führen das Detail unter dieser Summe: wo die Ware liegt, welche Charge, was reserviert ist und was wirklich frei ist. Denn Arbeit zu steuern und Bestand zuzuteilen sind Detailfragen.
Nichts wird doppelt geführt. Eine Summe, an einer Stelle. Das Detail liegt darunter. Ihr System sagt uns, was gebraucht wird — wir melden zurück, was geschehen ist.
Was entschieden wird
Ein OMS nimmt Ihnen keine Arbeit ab, die niemand macht. Es nimmt die Entscheidungen, die heute jemand im Kopf trifft, und macht sie zu einer Regel.
| Entscheidung | Worum es geht |
|---|---|
| Kanalzuteilung | Wie viel Bestand sieht welcher Kanal — und was wird bewusst zurückgehalten |
| Standortwahl | Von welchem Lager wird geliefert, wenn mehrere in Frage kommen |
| Auftragsaufteilung | Wann wird ein Auftrag geteilt, und wann ist das teurer als zu warten |
| Verfügbarkeitsprüfung | Was kann zugesagt werden, und bis wann — vor der Bestätigung, nicht danach |
| Priorisierung | Welcher Kanal gewinnt bei Knappheit. Eine kommerzielle Entscheidung, keine technische |
| Rückmeldung | Was tatsächlich passiert ist, zurück an ERP und Kanal |
Marktplatz-Anbindung ist kein Datenproblem
Die übliche Annahme: Man synchronisiert die Bestände schneller, und das Problem verschwindet. Das stimmt nicht, denn die Lücke lässt sich verkleinern, aber nicht schließen.
Messen Sie die Zeit zwischen einer Kommissionierbestätigung bei Ihnen und der geänderten Verfügbarkeit im Kanal. Nehmen Sie den schlechtesten Fall, nicht den Durchschnitt. Multiplizieren Sie ihn mit Ihrer Auftragsrate in der Spitze. Diese Zahl ist die Menge an Aufträgen, die Sie annehmen können, ohne es verhindern zu können.
Also listet man bewusst etwas weniger, als physisch vorhanden ist. Das fühlt sich falsch an — bis man den Preis der Alternative kennt. Eine Stornierung auf einem bewerteten Marktplatz kostet den Auftrag, die Bewertung und einen Teil der Sichtbarkeit in den Wochen danach.
Wo wir stehen
BizBloqs liefert Bestandsführung, Lagersteuerung und Auftragssteuerung als eine Plattform. Wachsen Sie vom einen ins andere, kommt Funktionalität dazu — Sie wechseln nicht das System.
Wir arbeiten mit Ihrem ERP, nicht dagegen. SAP Business One, Exact, Sage: Der Auftrag bleibt dort, wo er hingehört. Wir setzen die Logik darüber.
Eingerichtet wird über Konfiguration, nicht über Individualentwicklung.
Die Lagerseite dieser Frage steht auf unserem Leitfaden zum Lagerverwaltungssystem (WMS). Passend zur Größe: KMU, KMU+ und Enterprise.
Fragen, die Sie stellen sollten
- 1.Wie lang ist die Latenz zwischen einer Bestandsänderung bei uns und der Verfügbarkeit im Kanal? Bitte gemessen, im schlechtesten Fall.
- 2.Kann ich pro Kanal einen eigenen Schwellenwert setzen — und wer ändert ihn, Sie oder wir?
- 3.Was passiert bei Knappheit: Wer bekommt das Stück, und nach welcher Regel?
- 4.Wie viele Systeme führen nach der Einführung eine Bestandssumme für denselben Artikel? Bitte benennen.
- 5.Wenn wir in einem Jahr einen Kanal ergänzen: Konfiguration oder Entwicklung?
- 6.Zeigen Sie mir, was passiert, wenn ein Marktplatz einen Artikel verkauft, den wir gerade kommissioniert haben.
Häufige Fragen
Was ist ein Order Management System?
Ein Order Management System entscheidet, welcher Bestand einen Auftrag erfüllt, von welchem Standort und für welchen Vertriebskanal. Es sitzt zwischen Ihrem ERP und dem Lager: Der Auftrag bleibt im ERP, die Zuteilungslogik liegt im OMS.
Gibt es einen deutschen Begriff dafür?
Nicht wirklich. Auftragsverwaltung und Auftragsabwicklung meinen im deutschen Sprachgebrauch meist die kaufmännische Bearbeitung eines Auftrags, nicht die Zuteilung von Bestand über mehrere Kanäle. Für diese Funktion hat sich der englische Begriff durchgesetzt — auch in deutschsprachigen Fachmedien.
Was ist der Unterschied zwischen OMS und Warenwirtschaftssystem?
Ein Warenwirtschaftssystem führt Einkauf, Bestandssummen und Verkauf. Ein OMS entscheidet, welcher konkrete Bestand welchen Auftrag erfüllt und was jedem Kanal zugesagt wird. Summen gegen Details — das ist die Grenze.
Was ist der Unterschied zwischen OMS und WMS?
Ein WMS steuert die Arbeit im Lager: wer kommissioniert was, in welcher Reihenfolge. Ein OMS entscheidet vorher, welcher Bestand überhaupt verwendet wird und von wo geliefert wird.
Brauche ich ein OMS bei nur einem Vertriebskanal?
Meistens nicht. Der Bedarf entsteht mit dem zweiten Kanal oder dem zweiten Standort — also dann, wenn bei jedem Auftrag eine Entscheidung anfällt, die vorher offensichtlich war.
Lässt sich das mit unserem bestehenden ERP betreiben?
Ja, das ist der Normalfall. Der Auftrag läuft weiter durch Ihr ERP; wir ergänzen die Zuteilungslogik darüber und melden zurück, was geschehen ist.
Ein ehrliches Gespräch
Eine halbe Stunde, und eine klare Antwort, ob wir passen — auch wenn wir es nicht tun.